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Trau, schau, wem: Scheinwissenschaft und Raubverleger

Trau, schau, wem: Scheinwissenschaft und RaubverlegerViele Interessierte recherchieren im Netz und werden oft mit neuen Erkenntnissen überrascht. Aber nicht immer steckt etwas Glaubhaftes dahinter. Viele Medien berichten über zwiespältige Fachverlage die mitunter absurde Fakten als seriöse Studien veröffentlichen.

Scheinwissenschaft und Raubverleger

Diesen Verlage werden allgemein als „Raubverleger“ bezeichnet, im Englischen „Predatory Publisher“: sie bieten auf vermeintlich seriösen und wissenschaftlich wertvollen Medien Veröffentlichungen gegen eine meist satte Gebühr an. Es gibt inzwischen Berichte, dass Raubverleger damit riesige Summen verdienen! Ein indischer Verlag soll so laut Medien über 50 Millionen Dollar verdient haben.

Nicht alles sind Raubverleger!

Seriöse Verlage sichern die Qualität ihrer Veröffentlichungen durch Peer-Reviews, das heißt, dass unabhängige Experten aus dem gleichen Fachgebiet ein Manuskript bewerten. Das Konzept der Raubverlage ist eine fadenscheinige Prüfung und nach einer Gebührenzahlung wird selbst der absurdeste Fachartikel publiziert. Diese Vorgehensweise hat die Begriffe #fakescience oder genauer #fakepublishing geprägt.

Fehlinformationen als Geschäftsmodell

Trau, schau, wem: Scheinwissenschaft und RaubverlegerWarum sollte das einen Bürger oder Kranken interessieren? Durch die relativ große Anzahl an Raubverlagen kursieren im Internet teils gefährliche Therapien und  pseudowissenschaftliche Aussagen zu alternativen Heilmethoden. Sie stellen zudem immer öfter unhaltbare Versprechungen auf. Die Wahrheit zu einem wissenschaftlichen Thema und die falschen Aussagen verschwimmen, und das kann für Leute die Heilung oder Behandlung suchen riskant sein. Deshalb sollte man immer  kritisch  lesen und googeln. Im Zweifel sollte man gezielt bei Fachleuten nachfragen.

 

Quellen:

Ebert Felix, Eßlinger Laura, Schwenkenbrecher Jan, Wormer Vanessa, „Das Scheingeschäft“, in: Süddeutsche Zeitung Magazin, 29/2018, S. 11-16 „Tausende Forscher publizieren in Pseudo-Journalen“, SZ.de

Bauer Patrick, Krause Till, Kropshofer Katharina, Langhans Katrin, Wagner Lorenz „Große Versprechen“, in Süddeutsche Zeitung Magazin, 29/2018, S.20-24