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Neueste Erkenntnisse zur glutenfreien Ernährung

Eine glutenarme Ernährung wird oft propagiert. Aber warum ist das so? Personen, die an Zöliakie leiden, müssen sich selbstverständlich strikt glutenfrei ernähren.  Bei dieser Krankheit kann der Dünndarm das Gluten aus Getreide nicht verarbeiten. Schon kleinste Mengen sind für Zöliakiebetroffene gefährlich, die Darmzotten entzünden sich. Sie müssen ein Leben lang ohne Roggen, Gerste, Dinkel, Einkorn und Emmer auskommen. Es wird geschätzt, dass circa ein Prozent der Bevölkerung an Zöliakie leidet. Eine Weizenallergie ist hingegen eine echte allergische Erkrankung. Das Immunsystem reagiert durch die Aufnahme von Weizen in der Nahrung.

Warum gesunde Menschen sich glutenarm ernährenNicht-Zöliakie-Weizensensitivität (NZWS)

Aber warum berichten so viele Personen, dass es ihnen besser geht, wenn sie glutenarme Nahrungsmittel zu sich nehmen obwohl sie weder Zöliakie haben noch Weizenallergiker sind? Viele Personen klagen nach dem Verzehr von Nudeln, Brötchen, Kuchen über Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Kopfschmerzen. Wenn eine Zöliakie und eine Weizenallergie ausgeschlossen wurden, sprechen Experten von einer fast nicht aussprechbaren Diagnose:  Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität (NZWS) . Das Krankheitsbild ist umstritten weil die genauen pathophysiologischen Zusammenhänge ungeklärt sind.

Es gibt aber Beobachtungen, dass sogenannte Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) eine Rolle spielen können. ATIs sind Proteine, die im Weizen und verwandten Getreidearten vorkommen. ATIs fungieren in der Natur als Abwehrstoffe gegen Insekten und Parasiten. Sie sind sehr resistent gegenüber der Proteinverdauung im Darm, sie aktivieren das Immunsystem und können Entzündungen im Körper hervorrufen!

Gibt es einen besonders gesunden Weizen?

Gibt es einen besonders gesunden Weizen?Es wird behauptet, dass moderne, Hochleistungsweizensorten besonders viel ATI enthalten. Andererseits gibt es auch alte Weizensorten, die hohe Konzentrationen an ATIs aufweisen.

Der Anbau, die Düngung, der Standort, das Klima und der Erntezeitpunkt  scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen. In Anbauversuchen wird aktuell noch untersucht, ob Bio-Weizen weniger ATI enthält. Schlussendliche Ergebnisse gibt es aber noch keine.

Auf der Seite des Ernaehrungsmedizin.blog gibt es Übersichtstabellen die den Gehalt von ATI (Amylase-Trypsin-Inhibitoren) in Pflanzenarten auflisten.

 

Quellen:

Smollich,M.: Ernahrungsmedizinblog: Amylase-Trypsin-Inhibitoren, wo sind sie drin? 4.02.2018
Sabersky, A.: Ernährung: Schrot und Korn 08/2015